Mobility Mythen
Irrglaube oder Fakt? Wir klären auf.

Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind brandgefährlich! Und das Laden bei E-Autos dauert ewig! Gegenüber Elektro- und Wasserstoffautos gibt es viele Vorbehalte. Doch welche Aussagen stimmen, wo steckt der Teufel im Detail und was ist schlichtweg falsch? Hier erklären wir dir, was wirklich dran ist an den Vorurteilen. Mit dem Wissen über die bekanntesten „Mobility Mythen“ konterst du Behauptungen und Falschaussagen.

Richtig und falsch:

Nicht mal eine Stunde dauert es, ein E-Auto an einer Schnellladesäule vollzutanken. Aber es gibt auch Ladestationen, bei denen eine Vollladung zwischen 3 und 10 Stunden braucht. Aber: Moderne E-Autos schaffen mit einer Akku-Ladung bis zu 600 Kilometer. Die Zahl der Ladevorgänge hält sich also in Grenzen. 

Fazit: Dank guter Batterien und Schnellladesäulen lässt sich ein modernes E-Auto mit annehmbarem Zeitaufwand für das Laden relativ weit fahren. Komfortabel ist es, sein E-Auto nachts oder während der Arbeitszeit zu laden. 

*Quelle: Mobilität in Deutschland – MID, ein Projekt des Bundesminesteriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) 

Falsch: 

Ein explosives Gemisch, sogenanntes Knallgas, bildet Wasserstoff in Verbindung mit Sauerstoff erst bei einem Anteil ab 18 Prozent. Das kommt sehr selten zustande. Wasserstoff ist nämlich über 14 mal leichter als Luft und verflüchtigt sich schnell. 

Fazit: Wasserstoff ist in Verbindung mit Sauerstoff brennbar und ab einem bestimmten Verhältnis ist ein Gemisch explosiv. Aber Wasserstoff ist extrem flüchtig. In der Praxis ist er somit weniger gefährlich als andere Auto-Treibstoffe. 
 

Falsch: 

So wie bei allen Fahrzeugen, die in Deutschland zugelassen werden, darf sich jeder auch bei E-Autos auf ein Höchstmaß an Sicherheit verlassen. Dennoch werden immer wieder Bedenken laut, was das Laden im Regen oder das Fahren bei Unwettern angeht. Diesen Befürchtungen können wir den Wind aus den Segeln nehmen. Verschiedene Schutzvorrichtungen sorgen dafür, dass Bauteile wie Kabel, Stecker und die E-Autobatterie sicher isoliert bleiben. Außerdem verfügen E-Autos über eine automatische Sicherheitsabschaltung, durch die sich das Hochvoltsystem bei Unfällen oder Hochwasser abschaltet.
Unwetter scheinen also kein Problem darzustellen, doch was ist mit den Bildern brennender E-Autos, die durch das Internet kursieren? Auch hier können wir beruhigen, denn E-Autos neigen, egal ob mit oder ohne Unfalleinwirkung, nicht mehr zum Brennen als Verbrenner.* Auch der Brand selbst ist nicht umweltschädlicher oder gefährlicher als der Brand eines Verbrenners.*2

Fazit: E-Autos sind genauso sicher wie alle anderen Fahrzeuge – und das bei allen Wetterlagen. 

*Quelle: ADAC Technik Zentrum
*2Quelle: Autoinsurance EZ Gas vs. Electric Car Fires [2022 Findings]

Falsch:

Bei der Produktion durchlaufen sowohl Brennstoffzellenfahrzeuge als auch Elektroautos einen ähnlichen Prozess. Dieser verursacht heute noch 80 Prozent höhere CO2-Emissionen als die Herstellung eines Verbrenner-Fahrzeugs. Betrachtet man jedoch den ganzen Lebenszyklus eines Fahrzeugs, so sind die Gesamtemissionen an CO2 bei Brennstoffzellenfahrzeugen und Elektroautos um mindestens 40 Prozent geringer. Den großen Unterschied macht der Fahrbetrieb.  
Gelingt es, das Batteriefahrzeug nur mit regenerativem Strom zu betreiben, schrumpfen seine CO2-Emissionen um 70 Prozent gegenüber dem Verbrenner. Auf sehr ähnliche Zahlen kommt der Brennstoffzellenantrieb.

Fazit: Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet sind sowohl Brennstoffzellenautos, als auch rein batterieelektrische Fahrzeuge deutlich umweltfreundlicher als herkömmliche Verbrenner. 
 

Falsch:

Wenn alle Pkw auf deutschen Straßen mehrheitlich elektrisch fahren würden, so wären dafür rund 100 Terawattstunden (TWh) nötig*. Also ein Sechstel dessen, was Deutschland pro Jahr insgesamt an Strom verbraucht und etwa die Hälfte des Bedarfs, der heute schon aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden kann.
Das Stromnetz wird nicht nur kontinuierlich verbessert, es wird auch mittels intelligenter Technik überwacht. Netzmanagement- und Speichertechnologien werden also in der Zukunft für ein „smartes“ Netz sorgen, welches Lastspitzen glättet und Überlastungen vermeidet.

Fazit: Selbst wenn nur noch E-Autos auf deutschen Straßen fahren würden, so würde das Stromnetz nicht alleine dadurch zusammenbrechen. Bis es so weit ist, werden Netzmanagement- und Speichertechnologien für ein smartes Netz sorgen.

*Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz 
 

Richtig und falsch: 

Physikalisch betrachtet, ist die Aussage richtig. In der Batterie sind am Ende 70 bis 80 Prozent der ursprünglich zugeführten Kilowattstunde vorhanden. Bei der Brennstoffzelle ohne die Abwärmenutzung sind es nur 30 bis 40 Prozent. Die rein energetische Sichtweise ist aber nicht zielführend. Man muss das Energiesystem als Ganzes betrachten. Wasserstoff kann etwas, was weder Wind-, noch Solarkraftanlagen können: die grüne Energie speichern und somit dafür sorgen, dass die produzierte Energie rund ums Jahr sowie Tag und Nacht genutzt werden kann. 
Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, das Stromnetz auf die Spitzen auszulegen. Gerade das sogenannte Peak-Shaving könnte gut über die Wasserstoffproduktion erfolgen. Dann braucht man nicht mehr über den Wirkungsgrad reden, weil der Strom sonst gar nicht oder durch einen Stromnetzausbau viel zu teuer genutzt worden wäre. Es kommt also auf den Systemgedanken an. 

Fazit: Es ist richtig, dass deutlich mehr Strom für die Produktion von Wasserstoff aufgewendet werden muss als für die Nutzung/ Ladung eines E-Autos. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Wasserstoff als Speicher dient, stellt die seine Nutzung eine sehr gute Ergänzung zur Elektromobilität dar.
 

Falsch: 

Im Vergleich zur Gewinnung von fossilen Energieträgern benötigt die Produktion von grünem Wasserstoff weitaus weniger Frischwasser. Diesel-Raffinerien brauchen zum Beispiel 40 % mehr Wasser als eine Wasserstoffproduktionsanlage.
Während man also 9 Liter Wasser benötigt, um 40 Kilometer mit einem herkömmlichen Diesel-Fahrzeug zurückzulegen, kann man mit der gleichen Menge an Wasser 1 Kilogramm Wasserstoff gewinnen und somit ganze 100 Kilometer mit einem Brennstoffzellen-Pkw fahren.

Fazit: Die Produktion von grünem Wasserstoff braucht Frischwasser, aber weniger als die von fossilen Energieträgern.
 

Falsch:

Im September 2022 sind deutschlandweit 57.231öffentliche AC-Ladepunkte und 11.044 öffentliche DC-Ladepunkte*1 im Betrieb (zum Vergleich: es gibt 14.460*2 Tankstellen für Verbrenner). 
Und obwohl sich theoretisch knapp 10 E-Autos einen Ladepunkt teilen, bleibt der Andrang der E-Autos auf die Ladepunkte meistens aus. Warum? Weil die Statistik die vielen privaten Ladepunkte, wie etwa die heimische Wallbox, nicht einschließt. Lange suchen muss also niemand mehr.

Fazit: Die Ladeinfrastruktur wird von Jahr zu Jahr ausgebaut. Dazu kommen – auch dank der Förderung – Zehntausende Wallboxen. Aber selbstverständlich wird die Ladeinfrastruktur mit der steigenden Zahl an E-Autos mitwachsen müssen.

*1 Quelle: Bundesnetzagentur – Elektromobilität: Öffentliche Ladeinfrastruktur, Stand September 2022
*2 Quelle: Bundesverband freier Tankstellen e. V.

Der Großteil des entstehenden Wassers wird während des Betriebs als Wasserdampf bzw. in kleinsten Tröpfchen abgegeben und landet nicht direkt auf der Straße, sondern nur als Dampf bzw. feinster Niesel. Ein anderer Teil des entstehenden Wassers wird wieder zur Befeuchtung der Kathode genutzt.

Übrigens: Ein Verbrenner stößt ungefähr die gleiche Menge Wasserdampf aus wie ein Brennstoffzellenauto. Bei dem Verbrenner ist es allerdings immer Dampf – aufgrund der hohen Abgastemperaturen. 

Fazit: Von Brennstoffzellen-Fahrzeugen sind weder Verkehrsbeeinträchtigungen noch Sicherheitsrisiken zu befürchten.
 

Mehr Infos zu Wasserstoff und E-Mobilität

Wasserstoff
Wasserstoff

GP JOULE nimmt die Zukunft in die Hand: Als Vorreiter bei Grünem Wasserstoff entwickeln wir nachhaltige Projekte.

E-Mobilität
E-Mobilität

Smarte 360° Lösungen für nachhaltige Elektromobilität sichern ein CO2-freies Morgen, ob E-Mobility-Konzepte für Elektroautos oder wasserstoffbetriebene Fahrzeuge.