Ove Petersen, Geschäftsführer GP JOULE GmbH, zu den neuen EU-Klimaschutzzielen und zum Engagement der Bundesregierung beim Emissionshandel

Energiewende paradox: Trotz Ausbau der Erneuerbaren Energien, kommt fast jede zweite Kilowattstunde Strom aus Kohlekraftwerken. Der Anteil der besonders klimaschädlichen Braunkohle ist mit 25,8 Prozent auf dem höchsten Stand seit 1990*. Grund dafür ist u.a. der Emissionshandel. Durch die Wirtschaftskrise in Europa fragen die Unternehmen weniger Verschmutzungszertifikate an – dadurch ist der Preis in den vergangenen drei Jahren von knapp 14 Euro auf unter fünf Euro gesunken. Das macht den Betrieb von dreckigen Braunkohlemeilern besonders profitabel. Mit verheerenden Folgen für das Klima und den Strompreis. Denn der Boom des Kohlestroms drückt die Preise an der Energiebörse und erhöht gleichzeitig die EEG-Umlage – denn die berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Erzeugungspreis der Erneuerbaren und dem Strompreis an der Börse.

Kosten für das Klima im Strompreis berücksichtigen:
Die Produktion von Kohlestrom auf Kosten von Umwelt und Klima muss ein Ende haben. Wir erwarten von der EU-Kommission eine Reform des Emissionshandels. Eine Anpassung der Zahl der Verschmutzungsrechte an die konjunkturelle Lage halten wir für begrüßenswert. Doch das Engagement muss weiter gehen. Wir brauchen einen reellen Referenzwert für Strom, der den tatsächlichen Kosten der Stromerzeugung entspricht und in den die ökologischen Folgekosten mit einfließen. Um die klimaschädliche Produktion von Strom aus Braunkohle einzudämmen, muss es eine sogenannte Floor Price-Regelung geben:  Dabei wird der Preis pro Tonne CO2, zunächst auf 40 Euro festgelegt und dann sukzessive von Jahr zu Jahr um jeweils zwei Euro erhöht. Nur so schaffen wir eine echte Energiewende hin zu klima- und umweltfreundlicher Stromerzeugung.

Dieser Schritt ist notwendig, um eine echte Generationengerechtigkeit herzustellen. Horst Seehofer hat kürzlich angemahnt, die Finanzierung der Energiewende dürfe nicht auf Kosten folgender Generationen erfolgen. Die drängende Frage, wie wir die gefährlichen Folgen des Klimawandels für zukünftige Generationen abwenden können, lässt er dabei jedoch unbeantwortet.

Deutschland als Vorreiter in Sachen Energiewende und Klimaschutz:
Um die geplanten Klimaschutzziele für 2030 zu erreichen, braucht es verbindliche europaweite Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien. Die von der EU angestrebte Lockerung der Regelung ist nicht akzeptabel. Sie gefährdet nicht nur die Energiewende in Deutschland, sondern würde auch dem gesamten Klimaschutz in der EU einen empfindlichen Dämpfer verpassen. Hier darf sich die Bundesregierung nicht hinter der EU verstecken. Sie muss auf nationaler Ebene aktiv werden und Deutschland zum Vorreiter in Sachen Energiewende und Klimaschutz machen. Die Lage ist zu ernst, um den schwarzen Peter zwischen Berlin und Brüssel hin und her zu schieben.

Reußenköge, Schleswig-Holstein
21. Januar 2014

*Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)

Über GP JOULE:
Mit Energie gewinnen – unter diesem Motto entwickelt, plant und realisiert GP JOULE Projekte für die zukunftsträchtige Nutzung erneuerbarer Energien. Ziel der Unternehmensgründer und Agrar-Ingenieure Ove Petersen und Heiner Gärtner ist es, Land und Wirtschaft miteinander zu verbinden, um Kapitalanlegern fruchtbare Investitionsperspektiven zu eröffnen. Neben den Geschäftsfeldern Solarenergie, Windkraft und Biomasse bündelt die Unternehmenssparte Zukunftskonzepte das Know-how der Energieexperten zu ganzheitlichen Lösungen und widmet sich der Erforschung neuer Technologien. GP JOULE ist heute mit vier Standorten in Nord- und Süddeutschland sowie drei internationalen Standorten in den USA und Kanada vertreten, der Hauptsitz liegt im nordfriesischen Reußenköge.

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