Speichern statt Kohle verbrennen

Energiewende paradox – auf der einen Seite wird der Ausbau von umweltfreundlichen Erneuerbaren Energien vorangetrieben, auf der anderen Seite steigt die Produktion von Strom aus Kohle und damit der CO2-Ausstoß. Die besonders klimaschädliche Stromproduktion aus Braunkohle ist nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf dem höchsten Wert seit 1990. „Versorgungssicherheit durch Kohle zu gewährleisten, wirft uns energiepolitisch Jahrzehnte zurück“ erklärt Ove Petersen, GP JOULE-Geschäftsführer und Firmengründer. „Die Technologie ist mittlerweile aber viel weiter. Wir können Schwankungen im Netz, die durch die Einspeisung von volatilen Energien wie Wind und Sonne entstehen, mit modernen Speichertechnologien auffangen. Hier gilt es, diese Technologien weiter zu entwickeln statt in die ‚Kohlezeit‘ zurückzukehren.“

Auf der Biogastagung in Nürnberg stellt GP JOULE eine innovative Speicherlösung vor: den ‚Stromlückenfüller‘ - ein Modellprojekt für ein Kombikraftwerk Power-to-Gas-to-Power. Dabei wird Wasserstoff, der aus überschüssiger erneuerbarer Energie erzeugt wurde, zwischengespeichert. Je nach Bedarf wird der Wasserstoff dann zusammen mit Biogas aus der Biogasanlage in einem BHKW wieder verstromt und ins Stromnetz eingespeist. Die Gesamteffizienz bei der Strom- und Wärmenutzung liegt bei bis zu 95%. Das Projekt ist aktuell in der Realisierungsphase. Für Ende des Jahres ist der Probebetrieb geplant.

Außerdem präsentiert GP JOULE Cultiveco, ein innovatives Photovoltaik-Gewächshaus, das für Besitzer von Biogasanlagen interessant ist. Während im Gewächshaus landwirtschaftliche Produkte wie etwa Tomaten angebaut werden, produziert die PV-Anlage auf dem Dach des Gewächshauses klimafreundlichen Strom. Dieser Strom wird für den Betrieb der Biogasanlage genutzt und ersetzt somit teuren Fremdstrom. Zudem lässt sich die Abwärme der Biogasanlagen zum Heizen des Gewächshauses nutzen. Das ersetzt nicht nur eine Beheizung auf Basis fossiler Brennstoffe, sondern sichert auch den KWK-Bonus, indem Biogasanlagen-Betreiber ein sinnvolles Konzept zur Abwärme-Nutzung vorweisen können.

„Wir haben die Ideen und das Know-how, die Energiewende sinnvoll und klimaschonend voranzutreiben“ so Ove Petersen. „Dafür benötigt die Branche aber die Unterstützung der Politik. Strom aus Energiespeichern wird z.B. völlig unsinnigerweise doppelt mit Abgaben belegt.“ Energiespeicher müssen für Strom, den sie aus dem öffentlichen Netz beziehen, Letztverbraucher-Abgaben und Steuern entrichten, obwohl sie ihn gar nicht verbrauchen, sondern lediglich Stromspitzen abfedern und später wieder ins Netz einspeisen – wo der Strom den Endverbraucher noch einmal die EEG-Umlage kostet. „Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie klar Farbe bekennt: für  den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Förderung von innovativen Technologien.“