Zukunftstechnologie und Sektorkopplung „made in Schleswig-Holstein“ live erlebbar gemacht

Innovationen aus Schleswig-Holstein live und vor Ort erlebten Prof. Dr. Klaus-Dieter Borchardt, Direktor Energiebinnenmarkt bei der Generaldirektion Energie der EU-Kommission, und Robert Habeck, schleswig-holsteinischer Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, am 7. März bei GP JOULE. Beim Besuch des Unternehmens in Reußenköge (Nordfriesland) konnten beide den "Stromlückenfüller", ein intelligentes Speichersystem, das EE-Strom mithilfe der Power-to-Gas-Technologie speicherbar macht und so auch dem Wärme- und Verkehrssektor zur Verfügung stellen kann, im realen Betrieb erleben. GP JOULE positioniert sich mit diesem innovativen Konzept als Vorreiter für die Verbindung von Strom-, Wärme- und Mobilitätsmarkt und arbeitet aktiv daran mit, aus der reinen Stromwende eine echte Energiewende werden zu lassen.

Spätestens seit den Beschlüssen des internationalen Klimagipfels COP21 ist klar: Kohle, Öl und Erdgas werden und dürfen ab 2050 keine Rolle mehr bei der Energieerzeugung spielen. In Deutschland entfallen etwa ein Drittel der CO2-Emissionen auf den Wärme- und etwa 16 Prozent auf den Mobilitätsmarkt. Vor dem Hintergrund der in Paris festgelegten Klimaschutzziele gewinnt die Sektorkopplung, die effiziente Verbindung des Strom-, Wärme- und Mobilitätssektors, deshalb immer stärker an Bedeutung. Um seine Klimaschutzziele nicht zu verfehlen, muss Deutschland den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien intensivieren, und der erzeugte erneuerbare Strom alle Sektoren dekarbonisieren. Die Power-to-Gas-Technologie ist ein wichtiger und dezentral einsetzbarer Schlüssel dazu, diese Ziele effizient und bezahlbar erreichen zu können.

Bei ihrem Besuch in Reußenköge informierten sich Borchardt und Habeck über die Umsetzung des innovativen Konzepts "Stromlückenfüller" von GP JOULE. Mit dem Stromlückenfüller hat das Unternehmen eine intelligente, klimafreundliche und kostengünstige Lösung geschaffen, EE-Strom mithilfe von PEM-Elektrolyse in Wasserstoff umzuwandeln und zu speichern. "Mit dem Stromlückenfüller können wir eine wichtige regionale Systemdienstleistung im Stromnetz zur Verfügung stellen und so netzdienlich in windstarken Zeiten mit der Elektrolyse Wasserstoff produzieren", erklärt Ove Petersen, Gründer und Geschäftsführer von GP JOULE. Bei Bedarf wird der Wasserstoff dann zusammen mit Biogas in einem Blockheizkraftwerk wieder verstromt und ins Stromnetz eingespeist. Stromüberschüsse aus Solar- und Windkraftanlagen in der unmittelbaren Umgebung werden mit einem Wirkungsgrad von 75% via Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, der in Tanks gespeichert wird und somit jederzeit verfügbar ist. Der Wasserstoff kann so u.a. auch im Mobilitätssektor für den Antrieb von Brennstoffzellenfahrzeugen nutzbar gemacht werden. "Der Verkehrssektor und der Wärmemarkt werden bei der Energiewende bisher vernachlässigt. Mit unserem Stromlückenfüller wollen wir eine echte Energiewende vorantreiben, die auch diese Bereiche mit einbezieht und sie Zug um Zug CO2-frei macht", erläutert Petersen. Die bei der Elektrolyse anfallende Wärme, 25 Prozent der eingesetzten Energiemenge, werden im Wärmekonzept der Biogasanlage genutzt. Ist der Strombedarf hoch, kann der Wasserstoff dem Biogas im BHKW beigemischt werden und steigert so die Flexibilität der Biogasanlage, um auf Bedarfsschwankungen reagieren zu können. "Die nächste Phase der Energiewende ist eingeläutet: Die schwankende Erzeugung von Wind- und Sonnen-Strom ist kein unüberwindbares Problem mehr. Stromerzeuger und -handel und Industrie schaffen vielmehr Lösungen, wie Produktion und Verbrauch aufeinander abgestimmt werden können. Das ist für die Zukunft der Energiewende entscheidend", so Minister Habeck.

Im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien gewinnt die Sektorkopplung zunehmend an Gewicht. Ende 2015 waren bereits EE-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 7.000 Megawatt im Norden am Stromnetz. Immer mehr Strom aus diesen Anlagen kann wegen Netzengpässen nicht ins Stromnetz integriert und muss daher abgeregelt werden. Dies verursacht enorme Kosten, die über die Netzentgelte auf die Verbraucher gewälzt werden. Die Gesamtkosten für diese Eingriffe der Netzbetreiber lagen 2015 schon bei rund einer Milliarde Euro – Tendenz stark steigend. Damit ist es höchste Zeit, die Energiemenge aus Erneuerbaren, die nicht ins Stromnetz integriert werden kann, direkt in Schleswig-Holstein als Wärme oder grünen Treibstoff nutzbar zu machen. Petersen misst dem Vorantreiben der Sektorkopplung größte Bedeutung zu: "Die Sektorkopplung kann Lösungen ermöglichen, die aufzeigen, wie der günstige  Strom aus Erneuerbaren effektiv und sinnvoll vor Ort im Land genutzt werden kann und so neue Wertschöpfungspotenziale erschließt. Schleswig-Holstein kann so zum Vorbild und Vorreiter werden, wenn es darum geht, eine echte Energiewende umzusetzen und damit eine ökonomische Erfolgsgeschichte für alle zu schreiben."

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Das Unternehmen GP JOULE: 
GP JOULE ist ein universeller, innovativer und authentischer Partner für alle Bereiche der erneuerbaren Energien. Unter dem Motto „TRUST YOUR ENERGY“ entwickelt, plant und realisiert das 2009 gegründete Unternehmen Projekte für die zukunftsträchtige Nutzung von Sonne, Wind, Biomasse und Energiespeichern. Geprägt durch Respekt und Verantwortungsbewusstsein für Mensch und Umwelt entwickelt GP JOULE intelligente Energiekonzepte und ganzheitliche Lösungen und sorgt so schon jetzt dafür, dass aus einer reinen Stromwende eine echte Energiewende wird. Zu den Grundsätzen des Handelns der Unternehmensgründer und Agrar-Ingenieure Ove Petersen und Heinrich Gärtner gehören Authentizität, Vertrauen, Fairplay, Innovation und Qualität sowie der Anspruch, dazu beizutragen, dass zukünftig 100 % des gesamten Energieverbrauchs erneuerbar produziert werden können. Damit bietet GP JOULE Investoren zukunftsfähige und gewinnträchtige Investitionsmöglichkeiten. GP JOULE unterhält vier Standorte in Nord- und Süddeutschland sowie zwei internationale in den USA und Kanada.